VIP-MPU-Basics

Herzlichen Glückwunsch zur Teilnahme an den MPU-Basics. In diesem Kurs lernen Sie die wichtigsten Inhalte für Ihre persönliche MPU Vorbereitung. In einem 4 stündigen Seminar bleiben keine Fragen offen und Sie wissen genau, worauf es für die erfolgreiche MPU ankommt. Auf dieser Seite erhalten Sie die Inhalte der MPU-Basics zum nachlesen.

Schwerpunkte des Basiskurs

  1. Wie funktioniert die MPU?
    1. Das Delikt schildern
    2. Bestandteile der MPU
    3. Hypothesen
    4. Der Gutachter
  2. Das Arbeitsmodell
  3. Konsumgeschichte: Arbeit an individuellen Fällen
  4. Motive und Ursachen
  5. Grundinformationen und Fachinformationen

1. Wie funktioniert die MPU?

1.1 Das Delikt schildern

Das Delikt ist das Ereignis, das zum Führerscheinentzug geführt hat.

Zitat von Dr. Moritz Deecke

Worauf kommt es an, wenn Sie Ihr Delikt beim Gutachter schildern?

  • Lernen Sie, den Vorgang des Deliktes sachlich und offen zu erzählen.
  • Datum, Uhrzeit, Werte, Konsummengen bzw. Geschwindigkeit?
  • Bei Konsum: Von wann bis wann? Wieviel ungefähr?
  • Waren Sie alleine oder in Gesellschaft?
  • Geschehnisse vor dem Delikt?
  • Warum wurden Sie angehalten?

1.2 Bestandteile der MPU

Die MPU gliedert sich in 4 Abschnitte:

  • Fragebögen
  • Reaktionstest
  • Medizinische Untersuchung
  • Psychologische Untersuchung

In der Regel ist die medizinische Untersuchung und vor allem die psychologische Untersuchung am wichtigsten.

1.2.1 Fragebögen erklärt

Biografische Standardfrage werden gefragt. Die Schwerpunkte liegen bei Fragen zum Führerschein und zu Ihrer Fahrkarriere. Was kann schiefgehen? Hier sollten Sie vor allem bei der Wahrheit bleiben und niemals widersprüchliche Aussagen treffen. Wenn Sie im späteren Gespräch andere Dinge behaupten als Sie im Fragebogen erklärt haben, dann wird es mit Ihrer MPU schwierig.

Mögliche Fragen beim Fragebogen:

  • Wie oft haben Sie schon Ihren Führerschein verloren?
  • Wann war das jeweils?
  • Wieviel Promille hatten Sie damals?
  • Wieviel haben Sie davor getrunken?
  • Wie weit sind Sie auf Ihrem Heimweg gekommen?
  • Wie häufig sind Sie zu schnell gefahren?

1.2.2 Der Reaktionstest erklärt

Der Reaktionstest ist so aufgebaut, dass Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt scheitern werden. Es wird immer schwieriger, bis Sie zu viele Fehler verursachen. Der Test fühlt sich deshalb schwer an, jedoch sind die Anforderungen an Sie relativ gering. Sie dürfen nur nicht zu den schlechtesten 16% der Teilnehmer gehören. Im unwahrscheinlichen Fall, dass Sie beim Reaktionstest durchfallen, können Sie eine Testfahrt durchführen.

Wie wird ein Reaktionstest durchgeführt?

Es gibt mehrere Möglichkeiten:

Determinationstest

Cognitrone

1.2.3 Medizinische Untersuchung erklärt

Was wird in der medizinischen Untersuchung untersucht?

  • Ob Sie eine neurologische oder psychiatrische Erkrankung?
  • Überprüfung der Abstinenznachweise (wichtig!)
  • Ihren medizinischen Zustand. Lallen Sie, wird eine Alkoholfahne wahrgenommen?
  • Gibt es langfristige negative körperliche Folgen vom Alkohol- oder Drogenkonsum?
  • Es werden Ihr Aussehen, Haut, Gang, Größe, Gewicht und Reflexe untersucht.
  • Ihr Blut wird untersucht.
  • Kontrolle Ihrer Leberwerte (Gamma-GT, Gallenstau, Virushepatitis, Gifte, Alkohol, Pfeiffersches Drüsenfieber, …)
  • WICHTIG: Vermeiden Sie es am Tag der MPU betrunken oder bekifft zu erscheinen. Vermeiden Sie auch eine Kaffeefahne oder ein zu starkes bzw. zu hohe Menge Parfüm. Vermeiden Sie darüber hinaus zu viel Red Bull (Energiedrink) zu konsumieren. Ihr Verhalten und Ihre Erscheinung sollten möglichst unauffällig sein.

1.2.4 Psychologische Untersuchung erklärt

  • Ist kein „Idiotentest“ („Depperltest“ in Bayern)
  • Ist eine schwere Prüfung („Reifeprüfung“)
  • Die Entscheidung folgt objektiven Kriterien. Der MPU Gutachter beurteilt Sie nicht willkürlich.
  • Der Gutachter hat Ermessensspielraum
  • Der Prüfer ist gut vorbereitet, bereiten Sie sich besser vor!

1.3 Hypothesen

Bei den „Hypothesen“ beurteilt der MPU Gutachter die Schwere Ihres Falls. Es gibt drei Stufen von 1 bis 3. Es gilt, je geringer die Nummer, desto schwerwiegender ist Ihr Fall. Hierbei unterscheiden wir Alkohol, Betäubungsmittel (BTM) und Punkte. In der folgenden Übersicht sehen Sie Hypothesen im Detail:

1.3.1 Alkohol

A1: Alkoholabhängigkeit

Art Zwang zu trinken, verminderte Kontrollfähigkeit, Entzugssymptome, Toleranzentwicklung, Vernachlässigung anderer Vergnügungen, Konsum trotz schädlicher Folgen.

Kriterium zur Problembewältigung: Mind. 1 Jahr nachgewiesene Abstinenz, Aufarbeitung der zugrundeliegenden Problematik, nachvollziehbare Änderungsmotivation, rückfallverhindernde Maßnahmen / (soziales) Umfeld

A2: Alkoholmissbrauch

Konsum trotz deutlicher nachteiliger Konsequenzen in verschiedenen Lebensbereichen, keine Fähigkeit zu kontrolliertem Trinkverhalten.

Kriterium zur Problembewältigung: Dauerhafter Alkoholverzicht ½ bis 1 Jahr nachgewiesene Abstinenz, unterstützt durch (soziales) Umfeld, Aufarbeitung der zugrundeliegenden Problematik, positive Erfahrungen mit und eigene Motivation zu weiterer Abstinenz Kontrolliertes Trinken: theoretisch möglich

A3: Alkoholgefährdung

Gesteigerte Toleranz, unkontrollierte Trinkepisoden, Entlastungstrinken (um Stimmung anzuheben, negative Gefühle zu vermeiden …), nicht-soziale Trinkmotive.

Kriterium zur Problembewältigung: kontrolliertes Trinken. Konkrete Vorsätze zum Trinken (Maximalmenge, Art, Häufigkeit,…), bei Männern: <24 g/Tag, Frauen: <12 g /Tag, Haare: <30pg/mg; 6-12 Monate stabil, Wissen über Alkohol (Problembewusstsein), Verhaltensänderung wird positiv erlebt, nachvollziehbarer Veränderungsprozess, Aufarbeitung der zugrundeliegenden Problematik

1.3.2Betäubungsmittel

D1: Drogenabhängigkeit

Art Zwang zu konsumieren, verminderte Kontrollfähigkeit, Entzugssymptome, Toleranzentwicklung, Vernachlässigung anderer Vergnügungen, Konsum trotz schädlicher Folgen.

Kriterium zur Problembewältigung: Dauerhafter Drogen- und eventuell Alkoholverzicht. Mind. 1 Jahr nachgewiesene Abstinenz, unterstützt durch (soziales) Umfeld, Aufarbeitung der zugrundeliegenden Problematik, innere Distanzierung von Konsum, positive Erfahrungen mit und eigene Motivation zu weiterer Abstinenz.

D2: Drogenmissbrauch

Konsum trotz deutlicher nachteiliger Konsequenzen in verschiedenen Lebensbereichen, problematische Konsummotive, verminderte Kontrollfähigkeit, Konsum verschiedener/schwer einschätzbarer Drogen.

Kriterium zur Problembewältigung: Dauerhafter Drogen- und eventuell Alkoholverzicht. Mind. 1 Jahr nachgewiesene Abstinenz, unterstützt durch (soziales) Umfeld, Aufarbeitung der zugrundeliegenden Problematik, innere Distanzierung von Konsum, positive Erfahrungen mit und eigene Motivation zu weiterer Abstinenz.

D3: Drogengefährdung

Häufiger Konsum von Cannabis, gelegentlich gefährlichere Drogen, angemessene Reaktion auf negative Auswirkungen des Konsums.

Kriterium zur Problembewältigung: Dauerhafter Drogenverzicht. Mind. ½ Jahr nachgewiesene Abstinenz, Einsicht in Risiken des Konsums, nachvollziehbare Änderungsmotivation, keine entgegenstehenden Risikofaktoren

1.3.3Punkte

V1: Persönlichkeitsstörung

Vorliegen einer verkehrsrelevanten Persönlichkeitsstörung (antisozial, Borderline, dependent, paranoid) oder Störung sozialer Anpassungsbereit-schaft/Impulssteuerung/emotionaler Ansprechbarkeit.

Kriterium zur Problembewältigung: Entwicklung eines ausreichenden Problembewusstseins. Mind. 6 Monate andauernde Verhaltensänderung, Aufarbeitung der zugrundeliegenden Problematik (Therapie), Eindämmung von Störungen/ Fehleinstelllungen, nachvollziehbare Änderungsmotivation, Verhaltensänderung wird positiv erlebt, keine rückfallbegünstigenden Lebensumstände

V2: Persönlichkeitsakzentuierung

Impulsivität, fehlende Einsicht in Sinnhaftigkeit von Regeln, Erleben als Einschränkung und eingeschränkte Fähigkeit zur Unterordnung, dysfunktionale Emotionsregulation, Fixierung auf Erwartungen anderer.

Kriterium zur Problembewältigung: Internale Attribution der Verkehrsauffälligkeit. Akzeptanz der Eigenverantwortung, positive stabile Einstellungsänderung/Einsichtsprozesse/ Kompetenzaufbau, verbesserte Anpassungsfähigkeit und Verhaltenskontrolle zur Regelbefolgung, Unterstützung der Veränderungen durch (soziales) Umfeld und Lebensstil

V3: Fehleinstellungen gegenüber Regelbeachtung und verminderte Anpassungsbereitschaft

Erhöhte Risikobereitschaft, verringerte Risikowahrnehmung, keine Reaktion auf Sanktion, mangelnde Regelumsetzung.

Kriterium zur Problembewältigung: Reflektion der Problematik und Ursachen des eigenen Verhaltens. Richtige Bewertung des eigenen Verhaltens, Erkennen von Zusammenhängen der Gewohnheitsbildung mit Lebensstil und Delikten (Verkehrspsychologische Maßnahme), konkrete und dauerhafte Verhaltens- und Einstellungsänderung, Regelakzeptanz, Sicherheitsorientierung, Umsetzung von Verhaltensvorsätzen, keine destabilisierenden Arbeits- und Lebensbedingungen.

1.4 Der Gutachter

Für eine erfolgreiche MPU müssen Sie den Gutachter und seine Motivation möglichst genau verstehen. Die Aufgabe des Gutachters ist es, für Verkehrssicherheit zu sorgen und die Allgemeinheit zu schützen.

Deshalb muss ein Gutachter Ihr zukünftiges Verhalten vorhersagen. Haben Sie sich wirklich geändert und werden Sie in der Zukunft verantwortungsbewusster im Straßenverkehr sein? Der Gutachter möchte Ihren Veränderungsprozess verstehen.

Diese Punkte interessieren den Gutachter besonders:

  • Was war/ist Ihre Motivation (damals und heute)?
  • Welche Veränderungen haben Sie umgesetzt?
  • Wie sinnvoll sind diese Veränderungen?
  • Ist das neue Verhalten stabil (mind. 1/2 Jahr)?
  • Was machen Sie, wenn Sie ins Wanken geraten?

1.4.1 Wie gehen Sie im Gespräch vor?

Im Gepsräch mit dem MPU Gutachter, der Verkehrspsychologe ist, gilt es folgende Regeln zu berücksichtigen.

  • Zusammenarbeit und Offenheit (Passivität fällt voll auf Sie zurück)
  • Frei erzählen, Szenen aus Ihrem Leben berichten!
  • Gedanken und Gefühle aussprechen!!! (Was ging Ihnen durch den Kopf?)
  • Einsicht zeigen (Täter- statt Opferhaltung)
  • Nichts Verharmlosen („Bierchen“, Tonfall, Geschwindigkeitsübertretung, …), keine Verallgemeinerungen („machen doch alle“)
  • Nicht auf eigener Wahrnehmung beharren, sondern: „Ich erinnere das so und so“

1.4.2 Mögliche Ergebnisse der MPU

Abschließend erhalten Sie eine Beurteilung die wie folgt aussehen kann:

  • Positives Gutachten. Sie erhalten Ihren Führerschein zurück.
  • Negatives Gutachten. Sie erhalten Ihren Führerschein nicht zurück.
  • Bedingt positives Gutachten. Sie müssen einen Nachschulungskurs durchführen (nur bei Drogen- oder Alkoholdelikten).

2. Das Arbeitsmodell

„Wie man auf der Straße unterwegs ist, so auch im Leben.“
(M. Deecke)

„Wer sich mit seiner Vergangenheit nicht beschäftigt, ist gezwungen, sie zu wiederholen.“ (S. Freud)

2.1 Von Ursachen bis zur Veränderung Ihres Verhaltens

Das von Dr. Moritz Deecke entwickelte Arbeitsmodell zur Aufarbeitung Ihrer Situation hinterfragt Ihre individuelle Situation und die Ursachen für Ihr Verhalten. Warum haben Sie sich so Verhalten in der Vergangenheit? Was war ihre Motivation? Welchen Beitrag hatten Ihre persönliche Hintergründe oder Ihr Charakter?

Wir können davon ausgehen, dass Ihr Verkehrsdelikt nur ein Ergebnis Ihrer Situation ist. Es gab eine Gewöhnung, die zum Delikt geführt hat. Sit müssen die Ursachen Ihrer Situation genau verstehen. Wenn Sie die Ursachen genau nachvollziehen können, wissen Sie, was Sie verändern müssen. Ihre Situation muss so geändert werden, dass in Zukunft ein weiteres Delikt vermieden werden kann. Während der MPU Prüfung wird der MPU Gutachter Sie nach den Ursachen befragen und die Gewöhnung wissen wollen, die zum Delikt geführt. Anschließend müssen Sie dem MPU Gutachter aufzeigen können wie Sie sich geändert haben und wie Sie in Zukunft sicherstellen wollen, Ihr Verhalten besser zu kontrollieren.

Das Arbeitsmodell zur MPU von Dr. Moritz Deecke

Wir können davon ausgehen, dass Sie als Person von Ihrer äußeren Umgebung beeinflusst werden. Alle Menschen werden mehr oder weniger von Ihrer Außenwelt beeinflusst, ob wir es merken oder nicht. Diesen Umstand können wir nicht ändern. Was wir ändern können ist die Art und Weise, wie wir auf diese Einflüsse reagieren. In der MPU Vorbereitung wird Ihnen genau gezeigt, wie Sie persönlich für IHRE Situation auf IHRE äußeren besserer Reagieren können und sicherstellen können, wie Sie in der Zukunft angemessener Reagieren. Genau das will der MPU Gutachter authentisch von Ihnen hören!

Lassen Sie uns das anhand eines Beispiels aufzeigen: Wenn Sie in der Vergangenheit in Ihrem Freundeskreis am Abend trinken waren und immer wieder zum Trinken eingeladen werden, fällt es Ihnen nicht einfach „Nein“ zu sagen. Zu groß ist die Angst, von Ihren Freunden abgelehnt zu werden. Sie möchten Ihre Freunde nicht enttäuschen und schließlich erwarten Ihre Freunde ein bestimmtes Verhalten von Ihnen. Selbst wenn Sie spüren, dass es nicht richtig ist und Ihnen eigentlich nicht guttun. Sie möchten weiterhin akzeptiert werden. Am Ende der Partynacht fahren Sie Ihre Freunde nach Hause, weil Sie noch am nüchternsten sind. Es wäre unvernünftig, wenn einer Ihrer Freunde fahren würde, die noch betrunkener sind. Das Schicksal meint es nicht gut mit Ihnen und Sie geraten an eine Verkehrskontrolle. Den Beamten fällt sofort Ihre Trunkenheit auf und Ihr gemessener Pegel ist viel zu hoch. Der Führerschein ist weg und groß ist Ihre Scham. Dabei waren Sie doch noch am vernünftigsten. Warum ausgerechnet ich? Warum findet die Verkehrskontrolle gerade jetzt statt? Sonst ist das eine „ruhige Strecke“. Sie gehen zur MPU und schildern die ganze Wahrheit dem MPU Gutachter. Sie sagen aus, dass Sie kein Problem mit Alkohol haben, weil sie nicht süchtig sind. Schließlich gehen Sie ganz normal zur Arbeit, haben Freunde und Familie. Der MPU Gutachter stellt Ihnen ein negatives Zeugnis aus. Der Führerschein scheint unendlich weit weg zu sein.

Was ist schief gelaufen? Bedenken Sie, dass die Person aus dem Beispiel einen Freundeskreis hatte, das ein negativer äußerer Anlass war. Dieser äußere Anlass an einen negativen Einfluss auf das Verhalten unserer Person. Dies führte zu Situationen, die nicht vernünftig sind. Situationen, bei denen unser Bauchgefühl uns sagt, dass sie Menschen nicht guttun. Die Person in unserem Beispiel hat es nicht geschafft, diese äußeren Anlässe richtig zu bewerten und auf sie zu reagieren. Einfach mal „Nein“ zu sagen, auch wenn es die Stimmung drücken könnte. „Nein“ zum übermäßigen alkoholtrinken, „Nein“ zum Autofahren als Freundschaftsdienst. Würden echte Freunde sich nicht um Ihr wohl kümmern. Sollte es Ihnen nicht wichtig sein, dass es Ihnen gut geht? Die Person aus unserem Beispiel muss lernen zu akzeptieren, dass es auch in Zukunft zu solchen Situationen kommen kann. Doch nächstes Mal gibt es die passende Strategie um „Nein“ zu sagen und sich weniger auf diese negativen Einflusse einzulassen. MPU Digital zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Verhalten in der Zukunft ändern können und Methoden bekommen, um auch in schwierigen Situationen, bei denen sie vom Leben geprüft werden Ihr positives Verhalten sicherstellen können.

2.2. Fragestellungen zur Gewöhnung

  • Wie sieht Ihre persönliche Konsum-/Fahrgeschichte aus?
  • Wann hat das angefangen? Was war der Auslöser?
  • Welche Substanzen haben Sie wann konsumiert?
  • Gab es Konsum-Pausen, Zeiten, in denen Sie nicht auffällig geworden sind?
  • Wissen Sie, welche Vorteile der Konsum/das Regelübertreten für Sie hatte?
  • Unangenehme Erfahrungen / negative Konsequenzen?
  • Bei Alkohol: Trinkmengen so genau wie möglich
  • Bei Drogen: Gramm oder Euro-Betrag wissen

3. Persönliche Konsumgeschichte

In Ihrer persönlichen Konsumgeschichte zeichnen Sie in ein Diagramm den Verlauf Ihrer Lebenszufriedenheit und der Konsummenge Ihrer Drogen oder Ihres Alkoholkonsums auf. Eine Konsumgeschichte könnte wie folgt aussehen:

Dieses Beispiel haben wir im Basiskurs im Detail besprochen. Jetzt heißt es ein Blatt Papier und Stift zu besorgen und Ihre Konsumgeschichte zu erfassen. Nutzen Sie die zwei Verläufe „Konsummenge“ (blaue Linie) und „Lebenszufriedenheit“ (schwarze Linie). Welche Farben Sie für Ihre Konsumgeschichte verwenden, liegt bei Ihnen. Falls Sie eine Punkte-MPU vor sich haben, gehen Sie zur nächsten Aufgabe.

Aufgabe: Ihre Konsumgeschichte

  1. Stellen Sie Ihre persönliche Konsumgeschichte möglichst detailliert dar.
  2. Geben Sie Jahreszahlen, Daten und Zeitdauern genau an. Achten Sie besonders auf den Erstkonsum, Delikt(e), die Konsumentwicklung (Durchschnittlicher-, Maximalkonsum, Mischkonsum, alleine/in Gesellschaft, morgens/mittags/abends…).
  3. Zeichnen Sie auf der Zufriedenheitskurve außerdem ein, wie zufrieden Sie in der Zeit mit sich und Ihrem Leben waren.

Wenn Sie mit dieser Aufgabe fertig sind, lösen Sie folgende Aufgabe:

Aufgabe: Aufarbeiten von Ordnungswidrigkeiten

  1. Listen Sie Ihre Ordnungswidrigkeiten und Straftaten im Straßenverkehr chronologisch auf (so viele wie möglich).
  2. Benennen Sie klar den Verantwortlichen für das Vergehen.
  3. Beschreiben Sie in Stichworten jeden einzelnen Vorgang möglichst sachlich und objektiv. Versuchen Sie, Ausflüchte   und Verharmlosungen zu vermeiden.
  4. Versuchen Sie, Ihre persönliche Belastungen in dem jeweiligen Zeitraum ausfindig zu machen.
  5. Benennen Sie die Emotionen, die Sie zu der Tat veranlasst haben könnten.
  6. Überlegen Sie sich, wie Sie in Zukunft in einer ähnlichen Situation ein anderes Verhalten erlernen könnten.

Für die Aufgabe: Aufarbeiten von Ordnungswidrigkeiten können Sie folgende Vorlage verwenden:

Lösungshilfen:

So könnte ein fertiges Ergebnis der Konsumgeschichte aussehen (wie im Kurs besprochen)

So könnte eine Aufarbeitung als Beispiel aussehen:

4. Motive und Ursachen

Im Arbeitsmodell sind wir bereits auf die Motive und Ursachen eingegangen. In diesem Kapitel gehen wir noch tiefer in dieses wichtige Thema ein.

4.1 Übung: Stellen Sie sich eine Frage

Stellen Sie sich folgende Fragen und nehmen Sie sich Zeit für eine Antwort:

  • Warum fängt ein (junger) Mensch an, Drogen/Alkohol zu konsumieren?
  • Warum hält sich ein Mensch wiederholt nicht an sinnvolle Regeln?

4.2 Entscheidend ist das Warum

Die Frage nach dem „WARUM?“ (Warum habe ich den Konsum/Regelbruch begonnen, weitergemacht, so viel konsumiert?) macht die meisten Schwierigkeiten

Was gilt es zu beachten? Basierend auf dem oben genannten Arbeitsmodell gehen wir wie folgt vor:

  • Äußere Umstände von inneren Motiven unterscheiden lernen
  • MEINE Gedanken, MEINE Gefühle MEINE Persönlichkeit und MEINE Bewertungsmuster kennen
  • MPU Tipp: Gehen Sie nicht zu früh auf die Gegenwart ein. Nehmen Sie sich während der MPU Prüfung Zeit, um Ihre vergangenen Motive darzustellen. Der Gutachter kommt von selbst zur Gegenwart

5. Grundinformationen

5.1. Fragen zu Alkohol

Fragen zu Alkohol können Sie immer gefragt werden. Selbst wenn Sie aus einem anderen Grund zur MPU müssen. Aus diesem Grund finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten über Alkohol. Diese Fakten können Sie bei der MPU dem Gutachter nennen, wenn Sie Fragen zu Alkohol erhalten:

  • Alkohol zählt zu den harten Drogen.
  • Das Suchtpotential ist höher als bei THC und Kokain.
  • Die Schädlichkeit von Alkohol ist immens.

Wie schädlich Alkohol ist, sehen wir in diesem Schaubild:

5.2 Fakten zur Wirkung von Alkohol

  • Alkohol wirkt im Großhirn: Regeln, Vernunft, Moral, Werte, Disziplin, Pflichtgefühl •Das alles wird heruntergefahren! •Stattdessen wird das Zwischenhirn aktiv: Triebe, Impulse
  • Impulsive Entscheidungen: ungeplante  Autofahrten
  • Alkohol wirkt auf das gesamte Nervensystem
  • Veränderte Gehirnchemie: Wenig Alkohol –> Wenig Veränderung. Viel Alkohol –> Viel Veränderung
  • Verminderung der Reaktionsfähigkeit (ab 0,3‰)
  • Einengung des Gesichtsfeldes („Tunnelblick“)
  • 3D-Sichtfähigkeit geht verloren: Entfernungsschätzung und Geschwindigkeitseinschätzung
  • Verringerung der Blendempfindlichkeit
  • Enthemmung (Erhöhtes Selbstbewusstsein bei verminderter Leistungsfähigkeit)
  • Veränderte Risikoeinschätzung

5.3 Unfallrisiken steigen mit Alkoholkonsum

Insgesamt erhöht sich das Unfallrisiko mit Alkoholkonsum deutlich. Alkoholisierte Fahrer stellen eine große Gefahr für sich und Ihre Umwelt dar.

5.4 Promille Rechnung

Um Ihre eigene Fahrtüchtigkeit besser einschätzen zu können, ist es Ratsam die eigene Alkoholmenge im Körper möglichst präzise abschätzen zu können. Dabei hilft eine Promille Rechnung.

Bei der Promillerechnung rechnen wir in Standardgläsern: 1 Standardglas ist 1 Glas Bier (0,2 Liter) oder ein Glas Wein (0,1 Liter) oder ein Glas Schnaps (0,02 Liter).

  • Für jedes Standardglas, dass Sie trinken, erhöht sich der Promillewert um 0,1 Promille.
  • Für jede Stunde, die seit dem Konsum vergangen ist, ziehen Sie 0,1 Promille ab.
  • Pro 10 Kg unter 80 kg Körpergewicht zählen Sie 0,1 Promille hinzu.
  • Pro 10 Kg über 80 Kg Körpergewicht zählen Sie 0,1 Promille vom Ergebnis ab.
  • Falls Sie eine Frau sind, zählen Sie immer 0,1 Promille zum Gesamtergebnis hinzu.

Beispiel: Ein Mann mit einem Körpergewicht von 90 Kg trinkt 3 Standardgläser Bier. Das ist eine Stunde her. Die Person hat dadurch 0,3 Promille. Wir ziehen 0,1 Promille wegen dem Körpergewicht ab. Wir ziehen weitere 0,1 Promille ab, weil der Konsum eine Stunde her ist.
Das Ergebnis ist –> 0,1 Promille. (0,3 – 0,1 – 0,1 = 0,1)

Zweites Beispiel: Eine Frau mit dem Körpergewicht von 60 Kg trinkt 4 Gläser Wein. Das war vor zwei Stunden. Die Person hat durch den Konsum 0,4 Promille. Wir rechnen 0,2 Promille wegen dem Körpergewicht hinzu (20 Kg leichter als 80 Kg). Wir ziehen 0,2 Promille ab, weil der Konsum zwei Stunden her ist.
Das Ergebnis ist: 0,4 Promille (0,4 + 0,2 – 0,2 = 0,4)

Falls Sie noch mehr zum Promille-Rechner erfahren wollen. Besuchen Sie folgende Webseite: Promillerechner

Wichtig: Die Promille-Rechnung funktioniert nicht, wenn verschiedene Alkoholika gemischt werden. Sie können als Standardglas nicht Bier und Wein trinken. Wenn Sie Alkohol mischen, leidet Ihre Fahrfähigkeit noch deutlicher. Achten Sie bei der Promille-Rechnung darauf, bei einer Alkoholsorte zu bleiben.

5.5 Fahruntüchtigkeit

Wir unterscheiden zwischen der Absoluten Fahruntüchtigkeit und der relativen Fahruntüchtigkeit

Absolute Fahruntüchtigkeit: Ab 1,1 Promille immer eine Straftat (Geldstrafe, Führerscheinentzug, Gefängnis, MPU trotz fehlender Ausfallerscheinungen möglich).

Relative Fahruntüchtigkeit:

  • Ab 0,5 Promille: Eine Ordnungswidrigkeit, bei auffälligem Fahren oder Unfällen eine Straftat.
  • Ab 0,3 Promille ist Autofahren in Deutschland verboten. Es ist eine Straftat bei auffälligem Fahren oder Unfällen.

5.6 Was ist der Unterscied zwischen Fahrtüchtigkeit und Fahreignung?

  • Fähigkeit, in der Situation ein Auto sicher zu führen (Verkehrsschilder erkennen, Bremswege einschätzen usw.).
  • Fahreignung: Allgemeine Fähigkeit, eine Auto sicher zu fahren; beinhaltet daher auch charakterliche Merkmale

Wichtig: Im psychologischen Teil der MPU geht es um Ihre Fahreignung!

5.7 Betäubungsmittel

Welche Aussagen können zu Betäubungsmitteln im Straßenverkehr gesagt werden?

  • Erhöhung/Verringerung der psychischen Aktivität
  • Verkehrsuntüchtigkeit
  • Erhöhung der Risikobereitschaft (z.B. bei Kokain)
  • Längerer Missbrauch verändert Urteilsfähigkeit
  • Bleibende Schäden der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit
  • Erhöhtes Risiko für psychische Störungen/Psychosen
  • Persistierende Wahrnehmungsstörung („Flashback“)

Wie Alkohol können Betäubungsmittel das Risiko für schwere Verkehrsunfälle massiv steigen lassen.

5.8 Straftaten und Punkte

Folgende Themen sind für den Gutachter bei Punkten zentral:

  • Schuldeineinsicht (Verantwortung): Ungewöhnlichkeit der Häufung erkannt
  • „Pechvogelhaltung“ –> jahrelange Lerngeschichte im Vorfeld (Gewohnheiten und Fehleinstellungen)
  • Probleme, sich an Regeln zu halten
  • Aggression?
  • Risikoarme Vermeidungsstrategien

Nach welchen Kriterien beurteilt der Gutachter Ihre Vergehen?

  • Ausmaß der Regelübertretung
  • War es Vorsatz oder Fahrlässigkeit?
  • Wie groß waren negative Folgen für andere?
  • Häufung, Dichte, Heterogenität
  • Fakt ist, es gibt eine hohe Dunkelziffer! Nicht alle Delikte werden erfasst. Deshalb geht der MPU Gutachter davon aus, dass Sie ein Delikt in Vergangenheit bereits öfters begangen haben und nur dieses Mal erwischt wurden.

5.9 Geschwindigkeit und Bremsweg

Je schneller Sie im Auto unterwegs sind, desto gefährlicher wird die Fahrt. Deshalb gibt es auf den meisten Straßen Geschwindigkeitsbegrenzungen, um die Gefahren zu minimieren. Wenn Ihre normale Reaktionszeit eine Sekunde ist und Sie anschließend sofort bremsen, sie einen langen Anhalteweg haben werden. Je schneller Sie sind, desto länger wird der Anhalteweg. Bei hohen Geschwindigkeiten sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie rechtzeitig bremsen können und einen Unfall vermeiden. Diesen Umstand zeigt das folgende Diagramm:

Und das sind die Folgen: Ein langsames Auto (rechts) kann rechtzeitig bremsen. Das schnelle Auto verursacht einen Verkehrsunfall. Deshalb sind Geschwindigkeitsbegrenzungen sinnvoll. Sie helfen den Verkehr für Sie und Ihre Mitmenschen sicherer zu gestalten. Es sollte auch Ihr Ziel sein, Unfälle im Straßen verkehr so gut es geht zu vermeiden.

Verkehrsregeln sind in Deutschland nicht beliebt. Viele Autofahrer fühlen sich durch sie in Ihrer Freiheit eingeschränkt. Dabei zeigen die amtlichen Statistiken, dass Verkehrsregeln die Sicherheit auf den deutschen Straßen deutlich erhöht haben. Die Verbote haben eine Wirkung gezeigt und viele potenzielle Verkehrstote verhindert. In den letzten 70 Jahren konnte die Anzahl der Verkehrsunfälle deutlich reduziert werden, obwohl die Straßen voller als früher sind.

Abschluss: Was erwartet der Gutachter von mir?

Der Gutachter erwartet folgende Einsicht:

  • Trinken/Drogenkonsum/Regelverletzungen dienten wahrscheinlich dem Zweck, persönliche Defizite zu bewältigen.
  • Diese Defizite müssen Sie sich eingestehen und darüber sprechen können.
  • Lernen Sie daher, über unangenehme Dinge mit Selbstverständlichkeit zu reden.

Es geht nicht darum dem MPU Prüfer zu zeigen, dass Sie ein perfekter Mensch sind und in Zukunft keine Fehler mehr begehen. Sie müssen Ihm aufzeigen, dass Sie aus Ihren Fehlern gelernt haben. Sie können Ihr eigenes Verhalten besser reflektieren und haben Strategien, um in Zukunft besser auf diese Situationen reagieren zu können. Sie haben Ihre Probleme im Griff!

Wie geht es weiter?

Bei MPU Digital sitzen Sie im Fahrersitz. Sie entscheiden über Ihre perfekte Vorbereitung und wir richten uns nach Ihren Wünschen. Während den Übungen in der Basisanalyse erhalten Sie eine Einschätzung, welche und wie viel Vorbereitung notwendig ist. Folgende Vorbereitungsmöglichkeiten gibt es:

  • Start-Analyse (falls noch nicht durchgeführt)
  • Vorbereitungsgruppe
  • MPU Check Up

Fragen offen? Rufen Sie uns an und wir helfen Ihnen gerne weiter!

Telefon: 06221 5996099